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Der Himmel auf Erden:
Vogelschaukarte von Angkor, Gecko Maps, 2008

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© Gecko Maps, Hinteregg

Vor etwa 900 Jahren begann das Volk der Khmer, den Tempel Angkor Wat zu erbauen. Seine symmetrische Anlage ist buchstäblich der Himmel auf Erden. Angkor Wat repräsentiert symbolisch den mythischen Weltenberg Meru. Dieser ist im Hinduismus und Buddhismus das Zentrum des Universums und Sitz der Götter. Man könnte Angkor Wat wie eine riesengrosse Karte lesen: in der Mitte der Weltenberg, darum angeordnet die Kontinente, die wiederum vom Ozean umgeben sind. Als nationales Symbol prangt der Tempel auf der Flagge Kambodschas und ist seit 1992 als Unesco-Welterbe eingetragen. Kein Wunder, dass seither immer mehr Touristen diesen faszinierenden Ort besuchen. Und wo Touristen sind, werden Karten gebraucht. Die Vogelschaukarte des Zürcher Kartenverlags Gecko Maps bietet einen prächtigen Überblick über die mehr als 400 Quadratkilometer umfassende Tempellandschaft um Angkor Wat. Dass sich der Verlag für eine Vogelschaukarte statt eine «normale» Karte entschieden hat, ist kein Zufall. Vogelschaukarten sind weltweit bei Touristen beliebt, da sie als vergleichsweise anschaulich gelten. Doch Obacht! Der Zeichner Ruben Atoyan hat gehörig in die Trickkiste gegriffen. Die Tempel sind allesamt stark vergrössert und überhöht. Sie scheinen dadurch noch monumentaler und wesentlich näher beisammen zu stehen als in Wirklichkeit. Auch der nahe gelegene Ort Siem Reap am unteren Bildrand ist nicht gar so beschaulich klein, wie es die Zeichnung suggeriert. Der Künstler hat also stark generalisiert, hebt Wichtiges hervor und lässt weniger Wichtiges zurücktreten. Für eine erste Übersicht ist die gewählte Darstellung freilich höchst zweckmässig. Lokale Orientierung mit mehr Details bieten 13 Nebenkarten am Kartenrand.

Bibliografische Angaben

Angkor, Cambodia, Kambodscha, Cambodge, 3-dimensional. 3. Auflage. Hinteregg: Gecko Maps, 2008.

Bildauswahl und Text

Abteilung Karten und Panoramen, Zentralbibliothek Zürich
 

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