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Wo bitte ist hier der Ausgang?
Luftbildplan des Höllochs, Arbeitsgemeinschaft Höllochforschung, 2000

Grösseres Bild, © AS Verlag

Das Zeichnen von Höhlenplänen gehört zu den exotischeren Gebieten der Kartografie. Und wohl auch zu den mühsamsten. Unter der Erde helfen weder Luftbilder noch GPS-Empfänger. Wie verliert man in diesem unheimlichen Gewirr von Gängen und Schächten nicht die Orientierung? Wie arbeitet man längere Zeit bei Kälte und wenig Licht? Mit solchen Fragen kennen sich die Speläologen (Höhlenforscher) des Höllochs im Kanton Schwyz bestens aus. Das Hölloch gehört immerhin zu den zehn längsten Höhlen der Erde, weshalb Vermessung und Kartierung von grosser Bedeutung sind. In den Anfängen arbeitete man mit Messbändern und dem Kompass. Später wurden zumindest für die Hauptgänge hochpräzise, aber leider schwere Theodoliten (Winkelmessgeräte) eingesetzt. Heute gibt es handliche Geräte, die in einem Arbeitsgang Distanzen, Horizontal- und Neigungswinkel elektronisch erfassen. Diese Daten können in spezialisierte Software übermittelt werden, die daraus mehr oder weniger anschauliche Pläne erstellt. Es gibt aber ein Problem, das Vermessern an sich bekannt ist: Beim Messen entlang einer Linie, vom Bekannten zum Unbekannten vordringend, vergrössern sich Messfehler laufend. Sofern ein Gang wieder in eine schon vermessene Partie einmündet, muss ein Ringschlussausgleich gemacht werden. Das heisst, die aufgelaufenen Fehler werden so verteilt, dass alles schön zusammenpasst. Folglich müssen auch die schon bestehenden Pläne korrigiert werden. Die Arbeitsgemeinschaft Höllochforschung hat im Jahr 2000 unter der Leitung von Felix Ziegler einen neuen Übersichtsplan 1:13 600 des Höllochs veröffentlicht. Die drei Hauptteile des Höhlensystems sind farblich unterschieden und zur Orientierung einem Luftbild überlagert. Ebenso wichtig wie der Plan ist das darunter abgedruckte Profil, schliesslich haben wir es mit einem dreidimensionalen Gegenstand zu tun. Seit dem Erscheinen von Plan und Profil wurden zusätzliche 17 km Gänge vermessen. Total sind bis dato über 200 km vermessen und in Detailplänen 1:250 verzeichnet. Damit man den Ausgang sicher wieder findet.

Bibliografische Angaben

Hölloch: Übersichtsplan der Arbeitsgemeinschaft Höllochforschung AGH, EDV-Planbearbeitung von Felix Ziegler, Bildbearbeitung von Felix Neukom. In: Hölloch: Naturwunder im Muotatal. Zürich: AS Verlag, 2000.

Bildauswahl und Text

Abteilung Karten und Panoramen, Zentralbibliothek Zürich

 

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