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Was vom Tage übrig blieb:
Kataster der belasteten Standorte, Abteilung für Umwelt Aargau, 2016

Kataster der belasteten Standorte

© Aargauisches Geografisches Informationssystem AGIS

Bis vor wenigen Jahren war es auch in der Schweiz üblich, Abfälle an einem geeigneten Ort zu deponieren. Mit der Zeit merkte man allerdings, dass viele Deponien an ungeeigneten Orten angelegt oder mit gefährlichen Stoffen aufgefüllt worden waren. Im schlimmsten Fall traten Gifte aus, die zu Verunreinigungen von Gewässern und landwirtschaftlich genutztem Land führten. Kurz, die Sache stank buchstäblich zum Himmel. Das aargauische Dorf Kölliken ist seit 1985 wegen seiner Sondermülldeponie sogar national bekannt geworden. Von Gesetzes wegen müssen heute die Kantone die Deponien auf ihrem Gebiet erfassen, untersuchen, überwachen und bei Bedarf sanieren. Die beste Übersicht über den Stand der Dinge im Kanton Aargau bietet der Kartenviewer des mehrfach preisgekrönten Aargauischen Geografischen Informationssystems AGIS. Eine der thematischen Karten («Fachkarten») ist eben der «Kataster der belasteten Standorte». Als Hintergund kann man sich wahlweise ein aktuelles Luftbild, verschiedene topografische Karten oder eine hybride Variante anzeigen lassen. Eine Legende unterscheidet drei verschiedene Arten von belasteten Standorten: eigentliche Deponien, Standorte von Betrieben und Unfallstandorte. Kaum ein Ort im Kanton, der nicht von einer Vielzahl rot und blau schraffierter Flächen umzingelt ist (Bild). Was Alteingesessenen noch vage bekannt ist, kann Neuzuzügern einen Schrecken einjagen. Da der Kataster parzellenscharf ist, erhält man zu jeder erfassten Parzelle mit einem Klick nähere Informationen über deren Status. Von «sanierungsbedürftig» bis «keine Überwachung und Sanierung notwendig» ist alles dabei. Indes muss man sich bewusst sein, dass auch nicht erfasste Parzellen mehr oder weniger verunreinigt sein können. Schon nur die jährlich verkauften Mengen von Pestiziden, Fungiziden, Herbiziden und dergleichen hinterlassen Spuren in manchem Garten. Ausserdem sind bahnbetrieblich, militärisch und von der Luftfahrt genutzte Standorte nicht erfasst, weil für diese Spezialregeln gelten. Man vergleiche hierzu im AGIS die verwandten Datensätze «Prüfperimeter Bodenaushub», «Chemierisikokataster» und «Naturschutzunterhalt».

Bibliografische Angaben

Kataster der belasteten Standorte. Stand 17.03.2016. Aarau: Kanton Aargau, Abteilung für Umwelt, 2016. Online unter: http://www.ag.ch/geoportal/ → Online-Karten → Kataster der belasteten Standorte.

Bildauswahl und Text

Abteilung Karten und Panoramen, Zentralbibliothek Zürich

 

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